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Sinnvoll Prioritäten setzen
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Prioritäten
Sinnvoll Prioritäten setzen

Ich muss gestehen, ich liebe Listen. Geht es in die Ferien, dann wird im Voraus eine ausführliche Packliste für die ganze Familie erstellt. Schließlich muss an alles gedacht werden. Wehe, wenn das Lieblingsstofftier des Kleinen oder mein angepasstes Paar Ohropax zu Hause bleibt – dann ist es nichts mit erholsamen Nächten.

Barbara Witzig
MA Praktische Theologie
Mutter von zwei Kindern

Bloßes Erledigen von Aufgaben?
Fein säuberlich wird durchgestrichen, was eingepackt ist. Die Packliste gibt mir die Sicherheit, auch an alles Wichtige gedacht zu haben. Nicht nur Packlisten stehen bei mir hoch im Kurs, sondern auch To-Do-Listen. Im Gegensatz zu den Packlisten, die mir ruhige Ferien verschaffen, regeln meine To-Do-Listen meinen Alltag. Nichts soll vergessen werden. Doch es geht noch um mehr. Meine Listen zeigen mir an, was am nächsten Tag ansteht, was erledigt werden muss, und verschaffen mir Erfolgserlebnisse und das Gefühl, etwas erreicht zu haben, weitergekommen zu sein und wieder einen Tag genutzt zu haben.

Während ich diese Zeilen schreibe, schleicht sich bei mir ein Verdacht ein. Könnte es sein, dass ich mich an meinen Listen messe? Bestimmen sie mein Leben, kontrollieren sie es sogar? Und wer entscheidet, was auf meine Listen kommt? Geht es im Leben nicht um mehr als nur um das Erledigen von Aufgaben?

Planung und Effizienz
Also schaue ich mir meine Listen und meine Beziehung zu ihnen einmal genauer an. Begonnen hat es während des Studiums. Wie in vielen Kursen stand auch in meinem Studium einmal das Thema «Arbeitsplanung und Effizienz» auf dem Programm. Dabei kam auch die Eisenhower-Matrix vor, die Unterteilung von Aufgaben in wichtig-unwichtig und dringend-nicht dringend. Laut dieser Methode ist jede Aufgabe entweder wichtig oder unwichtig und entweder dringend oder nicht dringend. Wichtige, aber nicht dringende Aufgaben müssen zuerst im Kalender untergebracht werden, und für deren Abarbeitung muss man genügend Zeit reservieren. Wichtige und dringende Aufgaben müssen sofort erledigt werden. Dringende, aber unwichtige Aufgaben können entweder delegiert oder müssen zeitnah erledigt werden. Alles, was weder dringend noch wichtig ist, kann man getrost vergessen.

Doch was ist wichtig und was dringend?
Dringend ist ein Zeitbegriff und hat daher nichts mit der Wichtigkeit einer Sache zu tun. Trotzdem erfordern dringende Angelegenheiten häufig einen Großteil unserer Aufmerksamkeit, da sie sofort erledigt werden müssen, bevor es zu spät ist. Doch wer sich durch das Dringende beherrschen lässt, findet nie die Zeit, herauszufinden, was wichtig ist, und dafür genügend Zeit und Kraft einzuplanen. Was wichtig ist, hat mit den eigenen (oder geschäftlichen) Zielen und Werten zu tun. Nur wenn ich weiß, was mir wichtig und wertvoll ist und worin meine Werte und Ziele bestehen, kann ich meinen situationsbedingten Lebensinhalt und die damit verbundenen Aufgaben nach Wichtigkeit einstufen. In meiner Studien- und späteren Arbeitszeit fand ich die Eisenhower-Methode hilfreich und leicht umsetzbar. Ich führte jeweils einen Monatskalender, einen Wochenplan und eine Tages-To-do-Liste. So konnte ich meine Termine im Überblick behalten und Projekte in einzelne Schritte unterteilen. Was wichtig war, bekam genügend Zeit, und alles Dringende wurde zeitnah erledigt.

 

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