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Alkohol – Der globale Rausch
Foto: pexels.com/Brett Sayles

Mäßigkeit
Alkohol – Der globale Rausch

Im Interview mit Filmemacher Andreas Pichler

Was inspirierte Sie, die Dokumentation «Alkohol – Der globale Rausch» zu drehen?
Ich wollte schon länger weniger trinken, da ich mit 50 merkte, dass ich den Alkohol weniger gut vertrage. Dabei stellte ich fest, dass es mir vor allem in Gesellschaft mit Freunden nicht leichtfiel, den Vorsatz umzusetzen. Es war also der soziale Aspekt. Ich glaube nicht, dass ich ein echtes Problem mit Alkohol hatte, aber ein paar Gläschen am Abend waren einfach normal. Damit begann ich, mich etwas näher mit dem Thema zu beschäftigen. Als ich dann auf die Zahlen der Alkoholkranken und deren Folgekosten für den Staat und die Gemeinschaft stieß, wurde mir erst klar, welche Dimension dieses Thema nach wie vor in unseren Breiten hat. Das war für mich der Ansporn, mich über mein privates Interesse hinaus auch filmisch mit dem Thema zu beschäftigen. Fragen wie: «Warum ist das so? Wer ist verantwortlich?» wollte ich auf den Grund gehen. Doch am Ende sind die Antworten gar nicht so einfach.

Was sollte die Wirkung Ihres Films sein?
Mir geht es darum, Menschen, die wie ich gerne trinken, Werkezeuge in die Hand zu geben, um zu erkennen, wo die Gefahren des Alkoholkonsums liegen. Ich bin nicht gegen Alkohol, ich denke aber, wir sollten genau wissen, was wir uns da antun. Außerdem ist es mir wichtig aufzuzeigen, dass die Alkohol-Industrie sehr wohl präzise daran arbeitet, dass die Rahmendbedingungen so bleiben, wie sie sind, damit wir alle munter weitertrinken.

Warum wird Alkohol so gut wie nie als Droge bezeichnet? Ist er eine solche, und wäre damit ein Alkoholverkäufer ein Drogendealer?
Das ist eine lange Geschichte. Das hat damit zu tun, dass Alkohol in unserer Gesellschaft tief verwurzelt ist, während als Drogen meistens jene Stoffe bezeichnet werden, die neu sind oder von anderswoher importiert wurden. Es hat aber auch mit einer geschickten und subtilen Verdrängungskultur und Lobbyarbeit der Alkohol trinkenden Gesellschaft zu tun. Indem man als Drogen alle illegalen psychoaktiven Substanzen bezeichnet und dämonisiert, kann Alkohol als problemlos betrachtet und genossen werden. Genau genommen ist jeder Alkoholverkäufer auch ein Drogenhändler, klar. In meinem Film gibt es auch einen ehemaligen Barkeeper, der das dezidiert so bezeichnet: legaler Drogendealer!

 

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